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solo
Aus Anlass eines Künstleraustausches Berlin – Kalifornien, den ich als Musiker begleiten durfte, begann ich im März 1993 mit der Suche nach einer Möglichkeit des Solospiels auf dem voluminösen Baritonsaxophon unter Verwendung meiner damaligen musikalischen Erfahrungen.
Mein Interesse für außereuropäische Musikkulturen, der Spaß am Erforschen neuer Klangkonzepte, die eigenen musikalischen Wurzeln in der europäischen Musik sowie der Einsatz der Zirkularatmung als wesentliches Gestaltungsmerkmal sind die Quellen aus denen ich dabei schöpfte.
Die Zirkularatmung ist eine Jahrtausende alte Technik, die man unter anderem bei den australischen Ureinwohnern und bei den Flötenspielern in Rajasthan finden kann. Seit den sechziger Jahren wird sie von Musikern überall auf der Welt praktiziert. Die Übertragung auf das Baritonsaxophon stand in dieser Konsequenz bisher aus, vielleicht bedingt durch seine enorme Luftsäule und Tiefe.
Der Zyklus von Ein- und Ausatmen bestimmt zusammen mit dem Puls unser subjektives Zeitempfinden. Je nach emotionaler Erregung atmen wir schneller oder schwächer. Fällt die gewohnte Unterbrechung des Luftstromes durch gleichzeitiges Ein- und Ausatmen weg, verliert sich das individuelle Zeitgefühl für Spieler und Hörer.
Ausgehend vom Einfachen , einem einzigen Ton, dessen Erzeugung auf dieser Technik basiert, entwickelt sich diese Musik hin zu scheinbar mehrstimmigen orchestral anmutenden Klanggeweben. Ohne esoterische Hintergründe dehnt sie die Parameter Zeit und Raum und lädt ein zu einer Klangwanderung innerhalb der Dimension menschlicher Wahrnehmung. Sie verzichtet bewusst auf elektrische Manipulation und Verstärkung und ist statt dessen, entsprechend den körperlichen Möglichkeiten authentisch in Erzeugung und Resultat.
1997 konnte ich als Ergebnis meiner Klangforschung auf dem Baritonsaxophon auf dem Berliner Label harp, des wunderbaren Tonmeisters Knut Becker, meine Solo - CD konzert für b , ein Livemitschnitt meines Konzertes im Völkerschlachtdenkmal Leipzig, veröffentlichen.
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