Button

deutsch
english
bio
projekte
referenzen
presse
radio
foto
cd-shop
termine
links
kontakt

Freitag der 7. September 2001, Leipziger Volkszeitung

Das Trio Gatscha, Anklam, Moritz verzauberte die Kuppelhalle der Dresdner Bank mit „ Musik aus Luft und Wasser“

Betörende Klänge von Wasserstichorgel und rostigem Sägeblatt

Klatschen zur Begrüßung der Musiker. Der Schall hallt durch die Kuppelhalle. Schlüpft hinab durch den Eingang zum Tresorraum. Schwingt von dort zurück, gegliedert. Schwillt langsam wieder an, wobei die Rhythmen immer raffinierter ausfallen. Dann stehen die drei Künstler in der Halle der Dresdner Bank am Augustusplatz, die gut gefüllt ist.
Beate Gatscha, Gert Anklam und Ulrich Moritz klatschen zunächst nur in die Hände, dann auf Brust, Bauch, Oberschenkel, Oberarme, Mund: Body Perkussion. Ein ungewöhnlicher, gelungener Auftakt zu einem ungewöhnlichen, gelungenen Konzert. Die Freude am Experiment, an Horizonterweiterungen ist allen dreien anzusehen.
Die Tänzerin und Malerin Beate Gatscha hat im indischen Kathaktanz eine Möglichkeit gefunden, Malerei und Tanz zu verbinden. Mit ruhiger Eleganz zeichnen ihre Hände Figuren in die Luft, während die Beine schnell und exakt den Takt einhalten. Glocken an den Fußgelenken bezeugen die Präzision der Bewegung und bereichern den Rhythmus.
Schlagwerker Ulrich Moritz hat jede Menge Material aufgefahren: diverse Handtrommeln, Gongs, Rasseln, Schellen. Sogar dem rostigen Blatt einer Kreissäge entlockt er zauberhafte Töne. Teilweise in Wasser eingetaucht erweist es sich als geradezu modulationsfreudig.
Dem stehen die Saxophonkünste von Gert Anklam in nichts nach: Seine minimalistischen sphärischen Melodien präsentiert er mit dem Gestus eines Schlangenbeschwörers und mit ähnlicher Wirkung.
Fast anderthalb Stunden dauert die Performance aus Klang und Tanz, die sich irgendwo zwischen Weltmusik und Newage Bewegung ansiedeln ließe. Den Titel „ Musik aus Luft und Wasser“ steuert ein ebenso kurioses wie exklusives Instrument bei: die Wasserstichorgel, die nur von Gatscha und Anklam gespielt wird. Vier verschieden gestimmte Rohre, die in Wassereimer getaucht unerhörte Töne von sich geben, halb Panflöte, halb Orgelpfeife. Allein dafür lohnte der Besuch des umjubelten Konzertes.

hep

 

Button